"Die wilden 13" sind die Vogelarten deren Gesänge mir am häufigsten in meiner Vogelstimmenhotline gesendet werden. Bei einem Spaziergang sind das die Arten deren Vogelstimmen uns am häufigsten umgeben. Hier stelle ich sie euch einzeln vor und mit ein bisschen Übung habt ihr schon bald eure ersten Erfolgserlebnisse.
Die Amsel mit ihrem melodisches, flötenden Geplauder, oft von Hausdächern oder Baumspitzen ist ein echter Langschläfer und singt morgens oft als eine der Letzten im Vogelchor.
Die Blaumeise mit ihrem hohen, feinen Gesang, der in einem hellen, rollenden Triller endet ist ein echtes Leichtgewicht und kann kopfüber an dünnsten Zweigen turnen, um an Futter zu kommen.
Der Buchfink mit seinem abfallenden, kräftigen Triller und einem markanten „Schnörkel“ am Ende hat regionale „Dialekte“; ein bayerischer Buchfink singt ein klein wenig anders als ein norddeutscher.
Der Buntspecht erklingt mit seinen kurzen, scharfen Einzelrufen; im Frühjahr ersetzt durch das mechanische Trommeln. Sein Gehirn ist durch eine Art eingebauten Stoßdämpfer im Schädel vor Erschütterungen beim Hämmern geschützt.
Der Feldsperling klingt ähnlich wie der Haussperling, aber etwas heller und metallischer im Ton. Im Gegensatz zum Haussperling sehen hier Männchen und Weibchen exakt gleich aus (beide mit brauner Kappe).
Der Hausrotschwanz mit seinem kurzen Gesang und einem unverkennbaren, rauen „Kieselsteinknirschen“ in der Mitte. Er war ursprünglich ein Felsbewohner und hält unsere Häuser heute einfach für
„künstliche Felsen“.
Der Haussperling mit seinem einfachen, rhythmischen Tschilpen ohne echte Melodie, oft in der Gruppe, ist extrem gesellig und sie baden leidenschaftlich gerne mit ihren Artgenossen gemeinsam im Staub.
Die Kohlmeise hat einen rhythmischen Zweiklang, der an eine quietschende Luftpumpe erinnert. Sie ist unglaublich kreativ und hat über 40 verschiedene Gesangsvariationen drauf.
Die Mönchsgrasmücke beginnt ihren Gesang leise schwatzend und endet in einem lauten, klaren „Flöten-Überschlag“. Nur das Männchen trägt die schwarze „Mönchskappe“, das Weibchen hat eine rostrote Kappe.
Das Rotkehlchen singt ein perlendes, hektisches und oft melancholisch klingendes Motivgewirr und man erkennt es an seiner leuchtend orangen Brust. Aber wusstest du, dass es auch im Winter singt und ungewöhnliche Nistplätze wählt?
Die Singdrossel erkennt man an ihrem lautem Gesang, bei dem jedes Motiv meist 2- bis 4-mal wiederholt wird. Sie nutzt Steine als „Amboss“, um Schneckenhäuser darauf fachgerecht zu
zertrümmern.
Der Zilpzalp ist klein, unscheinbar und ruft seinen eigenen Namen in verschiedenen Tonhöhen. Er gehört zu den ersten Zugvögeln, die im Frühling zurückkehren und baut sein Nest direkt am Boden oder nur ganz knapp darüber im dichten Gebüsch.
Stell dir vor, du gehst durch den Wald und hörst kein undefinierbares Pfeifen mehr, sondern verstehst plötzlich so manches Vogelstimmen Gespräch als hättest du eine Geheimsprache gelernt. Beim nächsten Spaziergang kannst du jemand sein, der lässig in die Baumkrone zeigt und sagt: "Hör mal, die Mönchsgrasmücke flötet heute aber wieder besonders klar, aber die Blaumeise zetert aufgebrachte Warnrufe! Ja, den Warnruf der Amsel kann ich auch vom normalen Gesang unterscheiden." ;-)
Indem du lernst, die Stimmen der Vögel zu entschlüsseln, gewinnst du ein faszinierendes Expertenwissen, das deine Konzentration schärft und dir hilft, im Alltag sofort abzuschalten, während du diese neue, tiefe Verbindung zur Natur ganz für dich allein genießt oder als besonderes Erlebnis mit Freunden, Familie und Kollegen teilst.
