Zilpzalp (Phylloscopus collybita) Steckbrief – olivbrauner Weidenlaubsänger mit „zilp-zalp“ Gesang
Tannenmeise (Foto: CanvaPro)

Die Tannenmeise

Im Gegensatz zu den Wanderfaltern und den Zugvögeln bleibt die Tannenmeise das ganze Jahr bei uns. Einige ihrer Schwestern und Brüder kommen im Winter aus dem hohen Norden um bei uns zu überwintern. Sie ist für mich der Soundtrack des Nadelwaldes und vor allem außerhalb von Siedlungen zu finden. 
Ihr Gesang wird mir gerne aus dem Urlaub in den Bergen auf meine Vogelstimmenhotline geschickt. Dort, im Fichtenwald unter der Baumgrenze, ist ihre Stimme eine der Häufigsten.  

Der Ruf: „wieze wieze wieze – Pause – wieze wieze wieze“ – Pause – oder „däizi, däizie, däizie – Pause –“ oder so ähnlich schallt es dann im Frühjahr durch ihr Revier.
Die Männchen grenzen mit ihrem Gesang das Revier ab und versuchen Weibchen anzulocken. Die Weibchen singen, wie bei vielen anderen Vögeln, nicht. Haben sich die richtigen Partner gefunden, wird eine alte Buntspechthöhle oder – wenn nicht genug alte Bäume vorhanden sind – auch ein Nistkasten bezogen.


Zur Fortpflanzung der Tannenmeise gab es im Jahr 2006 eine bahnbrechende Veröffentlichung. Über genetische Vaterschaftstests hatten Biologen der Universität Bonn herausgefunden, dass Tannenmeisen gerne fremdgehen. Auch wenn sich die meisten Partner ein Leben lang treu bleiben, sind nicht alle Jungen im Nest von dem Vater, der sie aufzieht (Quelle).
Manchmal wagt sie auch den Ausflug in die Großstadt und kommt dann zusammen mit anderen Vögeln: Blaumeisen, Kohlmeisen, Schwanzmeisen, Weidenmeisen, Sumpfmeisen und Kleiber begleiten sie und klappern gemeinsam Gärten und Futterhäuschen ab. Sehr beliebt sind auch große Sonnenblumen, die im Garten in der wilden Ecke stehen und noch nicht abgesägt wurden. Da hängen sie dann kopfüber am Samenstand und picken sich die Kernchen heraus.

Die gemischten Singvogeltrupps schließen sich zusammen, damit sie vor Gefahren sicherer sind. Zwanzig Augen sehen mehr als zwei. Untereinander kommunizieren sie nicht sehr viel. Jede Art hat ihren eigenen Kontaktruf für die Artgenossen. Nur ein Ruf ist bei allen gleich: das hohe, langgezogene „ziiiiiiiieeee“. Dieser Warnruf vor einem Greifvogel wie zum Beispiel dem Sperber wird von allen verstanden. Auch Rotkehlchen und Amseln reagieren darauf sofort. Dann gehen alle in Deckung.

Beobachtungstipp vom Vogelphilipp:
Wer dieses hohe Pfeifen gleichzeitig aus mehreren Ecken draußen hört, sollte schnell nach oben sehen. Die Chance, einen Sperber auf der Jagd zu beobachten, ist groß.


Steckbrief

  • Name: Tannenmeise (Periparus ater)

  • Größe: ca. 10–11 cm

  • Spannweite: ca. 17–21 cm

  • Erkennungsmerkmale: schwarzer Kopf mit weißen Wangen, auffälliger weißer Nackenfleck, graubrauner Rücken

  • Lebensraum: Nadelwälder, Mischwälder mit Fichten und Tannen, auch Parks mit Nadelbäumen

  • Nahrung: Samen (v. a. aus Zapfen), kleine Insekten und Spinnen

  • Zugverhalten: Standvogel, teilweise Strichvogel

  • Stimme: hohes, schnelles „zi-zi-zi“ 


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