
Der Eisvogel
Erist einer der schönsten Vögel unserer Heimat. Meist ist er an fließenden Gewässern zu finden und doch ist er vielen nur aus der Werbung bekannt: Der Eisvogel mit seinem schillernden Gefieder
ist trotz seiner prachtvollen Erscheinung nur schwer zu sehen. Obwohl er relativ groß aussieht, wiegt er nur so viel wie eine halbe Tafel Schokolade. Männchen und Weibchen sehen sich zum
Verwechseln ähnlich aus, nur an der Färbung des Unterschnabels kann man die Geschlechter auseinanderhalten. Bei Männchen ist sie dunkel, beim Weibchen teilweise orangefarben (Eselsbrücke -->
"Lippenstift").
Wer den Eisvogel sehen möchte, muss sich den Ruf einprägen und wenn man ihn hört, sofort auf das nächstgelegene Gewässer blicken. Denn dort fliegt er etwa in einem Meter Höhe über die Wasseroberfläche. Sein Bestand hat in den letzten Jahren wieder etwas zugenommen, da der Vogel stark von Bach- und Flussrenaturierungen profitiert, die von den unteren Naturschutzbehörden, vom Landschaftspflegeverband und vom Wasserwirtschaftsamt vorangetrieben werden. Rückenwind bekommen die Behörden von der EU-Wasserrahmenrichtlinie, die vorschreibt, dass alle Flüsse, Bäche, Seen und das Grundwasser spätestens bis 2027 einen „guten Zustand“ erreichen sollen.
Der ursprüngliche Lebensraum des Eisvogels ist das dynamische Flussbett mit Meandern, Prall- und Gleithängen. Dort wechseln sich schnell- und langsam fließende Bereiche ab. Der Eisvogel jagt mit Vorliebe kleine Fische und braucht dafür klares ruhiges Wasser, in dem er sie sehen und mit einem Sturzflug nach ihnen tauchen kann. Überall da, wo durch ökologische Maßnahmen Bäume oder Wurzelstöcke im Wasser befestigt werden, entstehen genau diese Stellen.
Steckbrief
Name: Eisvogel (Alcedo atthis)
Größe: etwa 16–18 cm
Spannweite: ca. 24–26 cm
Gewicht: rund 35–45 g (etwa eine halbe Tafel Schokolade)
Lebensraum: klare, langsam fließende oder stehende Gewässer mit Uferabbrüchen
Nahrung: vor allem kleine Fische, außerdem Wasserinsekten und Kaulquappen
Brut: Brutröhre in Steilufern, 1–2 Bruten pro Jahr
Besonderheit: pfeilschneller Sturzflug ins Wasser beim Beutefang
Erkennungsmerkmal: leuchtend blau-türkisfarbener Rücken, orange Unterseite; Weibchen mit teilweise orangefarbenem Unterschnabel
Typischer Ruf: ein kurzer, hoher, durchdringender „ziiit“-Ruf – oft der beste Hinweis auf seine Anwesenheit!
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