Buntspecht (Dendrocopos major) sitzt an einem Baumstamm bei der Nahrungssuche und beim Trommeln – typischer Specht im Wald
Buntspecht (Foto: Canva Pro)

 

Der Buntspecht

Klopfen, hacken oder trommeln? Der Buntspecht, unser häufigster Specht, hat seinen spitzen Schnabel fast immer im Einsatz. Hört man ein eher dumpfes, kurzes Klopfen mit kleinen Pausen à la „dack…dack…dadack…dack“, ist der Specht auf Nahrungssuche.

Dabei hüpft er Baumstämme und große Äste nach oben und lauscht der Resonanz seiner Hiebe. Klingt es hohl, ist er an der richtigen Stelle – hier befindet sich der Gang einer Larve. Mit deutlich festerem Hacken („hack…hack…hack“) dringt er in das Holz vor, bis er seine lange, spitze, mit Haken besetzte Zunge in den Gang hineinschleudert und sich die Larve herauspopelt.

Wenn er jeden Tag an der gleichen Stelle immer tiefer hackt, ist er mit dem Höhlenbau beschäftigt. Spechte sind früh dran: Bereits im Februar beginnt die Balz, Anfang März folgt der Höhlenbau. Dabei wählen sie gezielt Bäume mit Kernfäule. So müssen sie nur die äußeren, gesunden zwei bis drei Zentimeter aufhacken, bis sie innen auf das aufgeweichte Holz stoßen, das sich leicht entfernen lässt. Die fertige Höhle ist so tief, dass selbst ein Marder nicht mehr ins Nest greifen kann.

Besonders typisch für den Buntspecht ist das sogenannte „Ringeln“ an Ulmen, Linden und Birken. Im Frühjahr, wenn die Bäume im Saft stehen, hacken die Vögel spiralförmig kleine, gleichmäßig angeordnete Löcher in die Rinde. Täglich kehren sie zurück, um den austretenden Baumsaft zu trinken. In Nordamerika gibt es sogar Spechte, die sich fast ausschließlich so ernähren.

In Gärten mit größeren Bäumen, Parks und Wäldern hört man zurzeit am häufigsten das Trommeln. Das kurze „drrrrrrrrrrr“ des Buntspechts dauert nur etwa eine Sekunde. Kleinspecht und Schwarzspecht trommeln deutlich länger, etwa zwei bis drei Sekunden. Das Trommeln ersetzt bei Spechten den Gesang und dient der Reviermarkierung.

Im Winter frisst der Buntspecht bevorzugt Fichtensamen und nutzt dafür seine „Spechtschmiede“. Das ist ein Spalt, etwa in einem alten Baumstumpf, in den er Zapfen einklemmt. Ist der Spalt zu klein, vergrößert er ihn zunächst. Dann steckt er den Zapfen hinein und hackt die Schuppen auf, um an die Samen zu gelangen. Der leere Zapfen wird fallengelassen und durch den nächsten ersetzt – an einer einzigen Spechtschmiede können sich so bis zu 1400 Zapfen ansammeln.

 

Steckbrief Buntspecht

  • Größe: 23–26 cm
  • Spannweite: 34–39 cm
  • Gewicht: 70–100 g
  • Lebensraum: Wälder, Parks, große Gärten
  • Nahrung: Insekten, Larven, Samen, Baumsaft
  • Brutzeit: April bis Juni
  • Besonderheit: Trommeln ersetzt den Gesang
  • Erkennungsmerkmal: Schwarz-weiß mit rotem Unterschwanz

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